21.11. – 30.11. Vom Strand ins Outback

Tja, wo soll ich da anfangen… So lange ist es her und so viel haben wir erlebt, da muss ich schon ein wenig in meinem Gedächtnis graben…

Los ging unsere Tour 300 km neben Townsville, nach Airlie Beach. Hier setzten wir nach zwei Nächten im Zelt über zu Whitehaven Beach. Dem zweit weißesten Sandstrand der Welt. Der Plan war dort 1-2 Nächte zu zelten, dementsprechend haben wir uns mit Dosenfutter und Toastbrot eingedeckt. Nach Knapp einer Stunde mit dem Speedboat kamen wir dann an den Strand:

Willkommen in einem TV-Spot für weiße Kokos-Pralinen!

Der erste Tag führte uns dann zu Fuß 3,6 km über die Insel an einen zweiten Strand. Genannt Chance Bay. Nicht ganz so weiß, dafür komplett menschenleer! Auf dem Weg Echsen in allen Größen, von 5 cm bis etwas über 1 m! Hier testeten wir dann diese tollen Stinger Suits. Echt sexy! Aber etwas sicherer fühlt man sich damit dann doch in der Quallen-Saison. So verstrich der Tag und die Nacht mit sternenklarem Himmel und nur zwei Zeltnachbarn und ein paar kleinen Segelbooten vor der Küste.

Am Zweiten Tag kam der Skipper mit vier weiteren Gästen und nahm die zwei wieder mit. Ohne uns, wir wollten noch eine Nacht länger bleiben! Seine Worte: „Ich weiß nicht ob ich morgen komme, vielleicht erst wieder übermorgen“. Wir hielten dies für ein Scherz, da wir ja für 1-2 Nächte geplant und gebucht haben… Aber No worries! Auf jeden Fall verbrachten wir diesen Tag dann komplett am Whitehaven Beach und bekamen mit, wie über den Tag verteilt gute 10 Touristenboote abwechselnd fuhren, mit jeweils mehreren hundert Touries an den Strand karrten. Die Crew baut vorher schnell ein Beachvolleyball-Netz auf und legt kaltes Wasser in den weißen Sand. Nach 1 1/2 h verlassen dann alle wieder das Paradies und die nächste Fuhre kommt an… Wir flüchteten und holten uns bei dem 14 km Fußweg zum andren Ende vom Strand und zurück unseren ersten Australien-Sonnenbrand. Aber wer kann schon behaupten, Whitehaven Beach komplett abgelaufen zu sein?

Der dritte Tag, unsere Abreise. Na, wo bleibt denn der Skipper? Tatsache er kam nicht… Ok, Zwangs-Entspannen! Tja, dumm nur, dass wir dann gemerkt haben, dass unser Toastbrot mittlerweile -Australien typisch- nach 3 Tagen komplett verschimmelt war… Es blieben noch 2 Schoko-Cookies. Für 24 Stunden… Immerhin hatten wir noch genug Wasser!

Ausgehungert und die Schnauze voll vom Strand und Sandflies (Jana zählte rund 40 aktive, juckende Mücken/Fliegen-Stiche) machten wir uns auf den Weg ins Outback.

Unser erster Stop war Sapphire, eine „Goldgräber-„, nein eigentlich Saphir-Gräber-Stadt. Echt urig, wie überall die Maschinen zum Graben und Buddeln umherstehen und alles ein wenig nach der Chance reich zu werden riecht. Wir besichtigten hier eine der größten Hand gegrabenen unterirdischen Minen und lernten auf einer 2-Mann-Tour alles über Saphir-mining und die Geschichte der Mine. Super interessant! Danach ließen wir es uns nicht nehmen und kauften für 20$ einen Eimer voll Dreck und entdeckten tatsächlich etliche kleine, wohl wertlose Steinchen. Dennoch konnte ich voll mitfühlen wie es sich als miner so anfühlt, die Chance zu wittern, schnell reich zu werden. Würde ich näher wohnen, würde ich mir eine Lizenz zum Buddeln kaufen… 🙂

Nach 2 Stunden bei 42°C in der Sonne, mit dem Tütchen Saphiren in der Tasche machten wir uns dann weitere 300 km ins Outback auf, mit dem Ziel Carnarvon national park. Die Maus verbietet mir, meine 19 best of Bilder hier rein zu packen, aber es waren halt auch 14 km Wanderung (bei 41°C) zu Aboriginal Höhlenmalereien, einem Moos-Garten, diversen Creek-Überquerungen und Felsschluchten mit Wasserfällen in denen es rapide kälter wurde. Wir sind uns beide einig, dass dieser Wanderweg der schönste ist, den wir bisher im Leben gesehen haben! Leider hatten wir hier auch nur 2 Nächte und mussten dann ja schon wieder weiter…

Nach etlichen hundert km – ich muss sagen Outbackfahrten in Australien sind langweilig. ABER ENTSPANNT (sofern man einen Tempomat hat) – endeten wir dann in Brisbane mit unserem geplanten Flug nach Neuseeland.

3 Gedanken zu „21.11. – 30.11. Vom Strand ins Outback“

  1. Dass man weißen Sandstrand auch satthaben kann …und sich im Zwangsentspannen üben muss…*lol* …nun gut, wenn man so unsatt da rumlungert, und auch noch anstrengende kilometerlange Wanderungen unternehmen muss, ist es kein Wunder.
    Also aus meiner Perspektive hier, aus der Dunkelzeit der strandlosen Heimatgefilde würde ich allzugerne tauschen, auch wenn ich 3 hungrige Tage zu durchleiden hätte. 😛
    Das Wetter, der Strand, das Land, die Traumkulissen dieses Paradieses und der sternenklare Himmel entschädigten doch für den leeren Magen? Ok, wenn der Magen dann nachts böse vor sich hin knurrt, ist Schluss mit lustig. Das kann sich unsereins nur schwer vorstellen.
    Und die Touries lauern dort wohl auch auf jedem Boot! Echt lästig! Man ist auf dieser Welt nicht und nirgendwo mehr so wirklich alleine! :O
    Das Alloveralljumpsuitfoto von euch ist einfach zu süß! Genau so, wie das vom kleinen Stacheltier! 🙂
    Von beiden Fotos hätte ich dann gerne einen Abzug! 🙂

    Und ich warte noch auf eine Postkarte. Zu Weihnachten. Auf eine Anti-Weihnachtskarte. Ohne Weihnachtsmotiv!

    PS: Was habt ihr für nen cooles schwimmtaugliches Zelt, eigentlich! :O

  2. eure fotos vom outback haben mir so ein bisschen aufgeholfen, denn ich dachte an eher lebensfeindliches Gelände – aber der mensch ist von jeher erfinderisch …

    toll, dass ihr euch u.a. auch als schatzsucher betätigt habt, man kann ja nie wissen!

    ich dachte, in prerow ist der weißeste strand … aber dieser hier ist blendendweiß – nicht zu toppen!

    auf jeden fall habt ihr tolle erlebnisse und dass wir daran teilhaben können, ist wunderbar – danke euch beiden!

  3. bei mir hatte leider der Jahres-Endspurt bei der Arbeit zugeschlagen. Aber nun geht es wieder und deswegen bin ich jetzt erst wieder dabei, Euch hinterher zu „reisen“.
    Diese Traumstrände in Australien an denen es nichts zu knabbern und zu trinken gibt, habe ich auch so erlebt. Etwas weiter südlich an der Wineglass Bay in Tasmanien. Dort konnte ich zum Glück mein Wasser ca. 6 km entfernt an einer Quelle im Hinterland auffüllen – zu essen hatte ich zum Glück einiges dabei.
    Zwei Kekse für 24h klingt eher nach einem Zwangs-Fasten – habt ihr nicht mal versucht einen der leckeren Fische zu angeln und ähmm Japaner essen ja auch Quallen :-).
    Na ja zumindest warm habt Ihr’s gehabt – vermute ich.
    P.S. Versucht mal das Toastbrot in einer Papier-/Stofftüte aufzubewahren (zumindest ab Tag 2) – dann wird es zwar bald Zwieback – aber ist immer noch geniessbar, z.B. als Müsli-Zusatz

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