Schießen, Sequoia und Death Valley

Für alle die sich fragen ob ich das Schießen mit dem Kollegen aus/in Fresno überlebt hab: Ja 🙂
Irgendwie hatte er ja erst was von einer Shooting Range zwischen irgendwo und irgendwo erzählt, wir waren dann aber doch bei der, in der er als 10j Junge (damals waren die Gesetze noch anders, normal ab 12) das Erste mal Ballern war. Mit Zeitungsartikel etc. Dabei hatten wir seine 2 alten Dienstwaffen (Ja, ich habe interessante Arbeitskollegen :)), eine Glock 45 und eine Glock 9mm. Nicht so ganz das erste mal eine Waffe in der Hand, hatte die Teile schwerer in Erinnerung. Aber das erste mal eine geladene! Scheiße ey, mit dem Teil kann man Menschen töten! (Nagut, kann man mit einem Kugelschreiber auch…) aber you know what I mean. Er mir kurz gezeigt wie man lädt und auf was es so ankommt. Immer nach vorne, Finger erst an den Abzug wenn man am zielen ist etc. Also erstmal laden, kennt man ja aus Spiel und Film, klick klick klick klick. Voll. DENKSTE! Die erste Patrone geht ja leicht, aber dann. Diese verdammte Feder wird mit jeder Kugel immer fieser. Also für mehr als 6 muss man schon echt Muskeln im Daumen haben! Dann der erste Schuß. BAM. Direkt in die Brust von dem Papiermännchen. Scheiße ey, noch nie geschossen und ich hätte direkt aus ~3m Entfernung jemand töten können. :-O Über die Magazine hinweg haben wir versucht meinen „immer zu weit links unten“-Fehler zu verbessern. Fester greifen, Daumen etwas mehr hoch, Abzug sanfter drücken, irgendwie erfolgslos. Wahrscheinlich war das Teil einfach nur verstellt 😛 Dennoch. Mausetot und ein paar Headshots waren dabei. Und verdammt. So real wie es sich am Anfang angefühlt hatte wurde es nach ein paar Minuten schon mehr ein Spiel, wie eben Dart. Wie kann ich meine Technik verbessern um noch besser in den Hirnstamm (Sein Zitat: „That shoot was a direct kill!“) zu treffen?! Wer macht mehr „Punkte“. Nochmal die 9mm vergleichen… Doch sehr krass wie eine Waffe, gebaut zum Töten hier als Hobby, als „Spiel“ als „Man freut sich schon total drauf es den eigenen Kindern beizubringen“ (Ich habe ihn gefragt) gehandhabt wird. Und zugegeben: Es hat mir auch Spaß gemacht. Aber ich bleibe dann daheim doch mehr bei meinen Killerspielen als einen Jagdschein zu machen (Braucht man doch in Deutschland um im Schießstand zu schießen, oder?). Und ich hoffe die Sprengstoffkontrolle am Flughafen dreht nicht am Rad. Ich hatte meine Cam mit im Schießstand. Vielleicht nicht ganz so klug…

Die Nacht vor dem Sequoia National Park (und nicht Forest, das sind 2 unterschiedliche Gegenden) ließ ich mich erstmal von winzigen roten Ameisen, die auftauchten nachdem ich dort vor dem Camper stand, in den Fuß beißen. Google sagt Red Fire Ants – LECK MICH SO KLEIN UND SO AUA! Drecksviecher! Zum Glück aber keine Australischen 😉

Die Nacht hatte ich dann auch direkt einen Pistolen Albtraum: Ich hatte mit dem Schuss der Pistole auf irgend so ein Holzschild gezeigt/geschossen und die Kugel ist weiter in ein offenes Fenster und hat einen dicken Mann getroffen. Die Klage und Ermittlungen zogen sich danach ewig hin ob es ein Unfall war oder nicht. Scheiß Waffen!

Mit wenig Schlaf ging es dann in aller Früh nach einer kalten Dusche in den Sequoia Park. Gate nicht besetzt, beim rausfahren zahlen. Selbes Spiel wie beim Yosemite. Parkplatz kein Problem. Ich wanderte zu dem größten Baum der Welt, nicht höchsten und auch nicht dicksten aber der mit dem meisten Holz. Aha. Hatte mir den größer vorgestellt. So gehyped wie der war. Nach diesem hab ich mir dann noch einen leichteren Wanderweg aus dem Park rausgesucht und bin doch wieder 4 Stunden zwischen Bäumen entlang gelaufen. Und ja: Diese Sequoias sind doch eindrucksvoll groß! Mir kamen andere auch größer als dieser Hype-Baum da vor. Also für mich spielt da doch die Länge eine Rolle 😛 Dennoch, nach ein paar Stunden hatte ich dann doch die Schnauze voll vom Hals nach oben strecken und von großen roten Bäumen. Irgendwie glaube ich viel mehr kann man in dem Park auch nicht machen. Ok, die Bäume sind über 3000 Jahre alt. Sehr eindrucksvoll. Aber… Kein Wasserfall, nur kleine Bäche, nix zum drin schwimmen. Ich glaube 5-6 Stunden war ich in dem Park, dann bin ich am frühen Nachmittag wieder ins Auto und habe fies die Meilen geschruppt.

Ich glaube ich habe 5 Stunden lang nur Autobahn mit Büscheln und viel von nichts rechts und links gesehen. Immerhin mein erstes Tumbleweed! Gekommen bin ich bis ins:

TAL DES TODES!

Ich hatte mir einen hochgelegenen, kostenlosen Campingplatz ausgesucht und kam kurz vor dünster dort an. Kurz mit den „Nachbarn“ gequatscht. (Insgesamt waren vielleicht 4-5 Autos auf dem ganzen Platz.) und nach ein bisschen Sterne gucken direkt hingelegt. Die Sterne von dort sind wie… ihr kennt es aus Australien. Seen that, checked.

Wieder um 5:30 wach bin ich frierend bei 12°C aufgewacht und wollte nichts wie runter in dieses Death Valley wo es soooo schön warm ist. (Hochgelegen ist kälter… Warum?). Wieder mal viel zu früh angekommen, der Pool mit Dusche für $4 hatte noch über eine Stunde zu. Dafür auch das $20 Gate 😉 Also weiter gefahren, Sanddünen, mehr Nichts und Aussichten auf Nichts mit Felsen. Langsam wurde es auch immer wärmer und wärmer. Und mein letztes Ziel sollte das Badwater Basin sein. Damals wollte wohl jemand seinen Esel trinken lassen, dieser wollte nicht weil es salzig war und der Typ meinte „This is bad water“. Der Ort ist dennoch interessant, da er mit 855m unter dem Meeresspiegel der tiefste – und damit heißeste – Punkt im Death Valley ist.

So gegen 11 rum bin ich dann letztendlich wieder ins Auto und habe mich auf nach Las Vegas gemacht. Hier hatte ich ein billiges Hotel gebucht und mir den Abend für Irrsinn vorgenommen.

2 Gedanken zu „Schießen, Sequoia und Death Valley“

  1. Ich wusste es. Eines Tages spielen sie doch mit Waffen. Was man ihnen, wenn sie Kinder sind, verwehrt, das zielt immer dahin, dass mit dem Verbotenen später doch mal experimentiert wird.
    Aber der Scharfschütze macht sagenhafte scharfe Fotoshoots mit der Cam! Ist der Himmel da in echt so blau?

    1. Ja, die Cam bleibt auch meine Waffe der Wahl. Sei es für Safari oder Städte. Der Himmel… Nun, die Fotos haben alle eine starke S-Gradationskurve. Das ist klar 😉 Aber dennoch: Es ist hier schon sehr sehr blau. Wolken sind wenn dann eher in weiter Ferne so als kleines i-Tüpfelchen über Bergen.

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